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Verein Nordhäuser Ornithologen e. V.

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Rauhfußkauz und Sperlingskauz im Südharz

Seit 1984 betreuen wir im Südharz die Brutplätze bzw. Brutreviere von Rauhfußkauz (Aegolius funereus) und nach seiner Entdeckung 1994 auch die vom Sperlingskauz (Glaucidium passerinum), der kleinsten Kauzart Europas.

Für den Rauhfußkauz wurden in 9 Revieren insgesamt 16 spezielle Nistkästen angebracht, die in jedem Jahr kontrolliert werden (Bild 1). Diese befinden sich in den Fichtenwaldgebieten entlang der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt.

Je nach Nahrungssituation brüten bis zu 8 Paare in den Nistkästen. Ursprünglich wurden zur Brut verlassene Schwarzspechthöhlen in alten Rotbuchenwäldern genutzt, jedoch sind in den letzten 20 Jahren viele dieser Buchenwälder abgeholzt worden.

    Zur Betreuung der Brutreviere des Rauhfußkauzes gehört:

  • Kontrolle zur Besetzung der Reviere
    (singende Männchen) ab Anfang März


  • Suche nach neuen Revieren (vor allem
    in guten Nahrungsjahren ab Anfang März)


  • Kontrolle der Besetzung der Nist-
    kästen (ab Mitte März)


  • Ermittlung von Gelegegröße, Jungen-
    zahl und Beutetieren (ab Ende März)


  • Fang und Beringung der Brutweibchen
    (Bild 2) (ab Mitte April)


  • Beringung fast flügger Jungvögel
    (ab Mitte Mai)


  • Säuberung und eventuelle Ausbesserung
    der Nistkästen (ab Mitte September)

Wesentlich schwieriger und aufwendiger ist die Kontrolle der Reviere des Sperlingskauzes. Seit der Entdeckung des ersten Brutplatzes im Forstrevier Birkenmoor sind in den folgenden Jahren nur wenige Bruthöhlen gefunden worden.
Im Gegensatz zum Rauhfußkauz nimmt der Sperlingskauz keine Nistkästen an, sondern brütet in verlassenen Buntspechthöhlen in den Fichtenwäldern.
Die Betreuung des Sperlingskauzes im Südharz beschränkt sich derzeit auf die Kontrolle der Reviere, ob die Art anwesend ist. Insbesondere im Herbst in der Zeit von Ende September bis Mitte Oktober ist die Suche sehr erfolgversprechend.


Während der Herbstbalz grenzen die Vögel ihre Reviere gegen Artgenossen ab und so kann man durch Nachahmen der Revierrufe den Sperlingskauz anlocken, so dass man diesen kleinen Kobold auch mal zu Gesicht bekommt.
Es ist jedes Mal ein unvergessliches Erlebnis, wenn an einem klaren, kalten Oktobermorgen in den Wäldern die Hirsche röhren und nur wenige Meter entfernt der Sperlingskauz auf einem Fichtenwipfel sitzt und ruft.
Die Betreuung der kleinen Kauzarten im Südharz wird vor allem durch Manfred Wagner organisiert. Interessierte Naturfreunde, die hier gern mitarbeiten möchten oder sonstige Fragen haben wenden sich bitte an ihn unter:

Tel. 036331/ 311 70 oder per e-Mail an "manfred-wagner@gmx.de".

MANFRED WAGNER

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