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Verein Nordhäuser Ornithologen e. V.

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Die Naturdenkmale des Landkreises Nordhausen

Beamer-Vortrag von Herbert Buchholz

Am 27.01.2020 hielt Herbert Buchholz im Vereinshaus "Thomas Mann" einen interessanten Vortrag über die Naturdenkmale im Landkreis Nordhausen. Dieser war aufwändig mit Bildern, Kartenmaterial und Grafiken ausgestattet. Eine Besonderheit des Vortrages war, die Naturdenkmale in den vier Jahreszeiten darzustellen, um ein umfassendes Bild entstehen zu lassen. Der Untertitel "Eine Übersicht zur Landschafts-Ausstattung" bekam so auch einen ästhetischen Charakter. Der Fokus auf diese Schutzgebiete zeigte deren herausgehobenen Status innerhalb der Landschaftelemente. Eine sehr differenzierte Naturraumausstattung macht so die hohe Anzahl von über 50 dieser Schutzzonen möglich.

Eine Tatsache wurde schon zu Beginn des Referates deutlich:
Der Landkreis Nordhausen hat mit seiner enormen Vielgliedrigkeit einfach zu viel Natur für zu wenig Beobachter.

In allen Darstellungen seines Vortrages konnte Herbert Buchholz, ein erfahrener Beobachter und profunder Kenner der heimischen Landschaft, diese Feststellung unterstreichen. Eine große Fülle von wertvollen Informationen konnte so vermittelt werden. Eröffnet wurde der Vortrag mit einer ganzen Reihe Karten und Grafiken. Sie gaben den Zuhörern eine Übersicht über den Schutzstatus und die naturräumliche Ausstattung des Harzraumes sowie unseres Landkreises. Ebenfalls zeigten sie die enorme Vielfalt der Landschaft und deren hohe Schutzwürdigkeit.

Sehr klar wurde der rechtliche Rahmen der Unter-Schutzstellung herausgearbeitet. Gerade die differenzierte Kleinräumigkeit der Biotopstrukturen, die sich aus dem unterschiedlichen geologischen Untergrund herleiten, macht den Reiz dieser Landschaft aus. Sie führen auch zum Ausbilden kleinerer oder größerer schutzwürdiger Flächen - den Naturdenkmalen. Es gelang Herbert Buchholz sehr gut, diese ökologischen Zusammenhänge und Wirkkomplexe im Vortrag darzustellen. Die einzelnen Schutzkategorien wurden erwähnt, aussagekräftiges Kartenmaterial unterstützten seine Ausführungen.

Sehr umfangreich waren die Erläuterungen zum Begriff des "Naturdenkmals", seiner historischen und begrifflichen Entwicklung. Der frühere Begriff des Flächennatur-Denkmals, (er ist heute rechtlich nicht mehr gebräuchlich), hatte bereits zu DDR-Zeiten das gleiche Ziel und den gleichen Schutzstatus. Darauf wies Herbert Buchholz ebenfalls hin. Eingebunden in das Bundes-Naturschutzgesetz und das Thüringer Naturschutzgesetz, erhalten diese Flächen einen hohen Schutzstatus, trotz ihrer Kleinräumigkeit. Besonders die Eigenart, Seltenheit und Schönheit eines Gebietes stehen im Fokus. Auch Einzelobjekte wie Bäume, Quellen und Höhlen gehören zu dieser Schutzkategorie. Übersichtskarten gaben die räumliche Verteilung und Verortung im Landkreis wieder.

Sehr interessant waren die Erläuterungen zu den einzelnen Schutzobjekten, die nicht nur von großer Sachkompetenz zeugten, sondern auch von einer großen Liebe zur Natur. Nur so konnte die immense Fleißarbeit erledigt werden. Für besondere Freude und Begeisterung sorgten die vielen Bilder der Schutzgebiete in den vier Jahreszeiten. Es war erstaunlich, welche verschiedenen Eindrücke dadurch erlebbar waren. Gelungene Aufnahmen aus der Vogelperspektive gaben dabei manchen ungewohnten Eindruck. Man stelle sich diese Fotos aus dem Raum Ellrich einfach mal zu DDR-Zeiten vor! Aber das ist Gott-sei-Dank Geschichte.

Natürlich provoziert solch ein begeisternder Vortrag auch eine wichtige Frage:
Sind wir uns dieser Naturschätze im Landkreis Nordhausen überhaupt bewusst? Sind wir in unseren Schutzbemühungen wirklich am Ende unserer Möglichkeiten? Solches und Ähnliches drängt sich auf. Und interessiert es eigentlich die schnelllebige "Spaßgesellschaft", was da so blüht, wächst und fliegt? Fragen, die sich nur jeder selbst beantworten kann

Aber - und auch das sollte man nie vergessen!!
Wir leben in einer Kulturlandschaft, die dem ständigen Wandel unterliegt. Und so sind viele unserer liebgewordenen und schützenswerten Lebensräume erst durch das menschliche Wirken und bäuerliches Schaffen entstanden. Ohne all diese Eingriffe hätten wir eben "nur" Natur. Diese Art Landschaft gäbe es einfach nicht! An dieser Stelle soll nicht über Dominanz, Abundanz und ähnliches bei der Artenentwicklung debattiert werden. Dazu gibt es ganze Regale voll mit kluger Literatur. Aber den Blick dafür dürfen wir uns als Ornithologen nicht verstellen. Die Natur kennt nun mal keinen Stillstand. Leben ist Wandel!

Der umfassende und lehrreiche Vortrag von Herbert Buchholz gab uns mit auf den Weg, die Balance zu finden zwischen dem Machbaren, dem Wünschenswerten, dem Möglichen und dem Notwendigen.
Ein Aufruf an jeden Einzelnen.

Daher ein großes "Dankeschön" von allen Zuhörern.

Stellvertretend für die vielen, aussagekräftigen Präsentationsfolien hier drei Beispiele:







alle Fotos: Herbert Buchholz

UWE PATZIG
im Namen aller Zuhörer.


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